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Sport für Mensch und Hund - Der Turnierhundesport

Es war schon eine Entscheidung von bahnbrechender Bedeutung für den deutschen Hundesport, als im Jahre 1972 der swhv die ersten Schritte in Richtung Turnierhundesport vollzog. Eine Entscheidung von Weitsicht, von der man heute weiß, daß sie die Landschaft des damals eng begrenzten Hundesportes nachhaltig verändert und in der Programmvielfalt bereichert hat. Und sie trug in der Folge ganz wesentlich zur öffentlichen Anerkennung sowie zur Erlangung der Gemeinnützigkeit für den Hundesport bei.

Von nun an war die Öffnung der Hundesportvereine für alle Hundehalter und für alle Hundearten möglich. Der Weg zum „Sport mit dem Hund" war eingeschlagen, ein Angebot an die hundehaltende Bevölkerung gemacht.

Nach ersten Schritten einiger Vereine im swhv, öffneten sich im Laufe der Jahre mehr und mehr Mitgliedsvereine dieser Sportart. Hauptsächlich die Jugend und Frauen fanden nun den Weg zu einem Hundesportverein und bereicherten das sportliche Treiben auf den Übungsplätzen mit den unterschiedlichst veranlagten Vierbeinern. Zug um Zug wurde das Turnierhundesport-Programm ausgebaut und verbessert. Heute können die swhv-Vereine Hindernislauf-Turniere, Vierkampf mit Gehorsam, Hürden-, Slalom- und Hindernislauf, „CSC"-Wettkämpfe, Geländelauf mit dem Hund sowie eine große Zahl an Spielarten zukunftsgerichteten Sportes mit dem Hund flächendeckend anbieten. In die Aufbruchszeit der neuen Sportart fallen auch flankierend und damit den gesamten Hundesport unterstützend, die Einführung des Sportpasses und damit der Sportnadeln sowie die Gestaltung des heute zum Allgemeingut gewordenen

Hundesport-Piktogramms. Auch der Begriff „Sport mit dem Hund" wurde in dieser Zeit geprägt.

Die Veränderung im Hundesport findet besonders bei den großen Turnierhundesportfesten und -Meisterschaften sichtbaren Ausdruck, bei denen Hunderte von sozialverträglichen Vierbeinern im Wettkampf von Jugendlichen, Aktiven und Senioren geführt werden. Alle Hundehalter sind zum Mitmachen eingeladen. Das breitgefächerte Angebot des Turnierhundesportes bietet heute ideale Möglichkeiten zu spontanen, spielerisch aufgebauten sportlichen Handlungen zusammen mit dem Hund. Durch den betont lockeren Aufbau hat insbesondere die Jugend, die hier schnelle Erfolgserlebnisse erzielen kann, zum Sport mit dem Hund gefunden. Erfreulich hoch ist der prozentuale Anteil von Mädchen und Frauen bei den Übungsstunden und zahlreichen örtlichen und überörtlichen Wettkämpfen. Eine neue Sportart für die ganze Familie, zusammen mit dem in der Familie gehaltenen Hund, hat sich durchgesetzt.

Sport mit dem Hund macht einfach allen Beteiligten Spaß. Turnierhundesport bedeutet aktive Gestaltung der Freizeit und steht für die Begriffe Erholung, sportliche Ertüchtigung, Wettkampferlebnis, Erfolg und Niederlage. Kurz, er sollte für den Hundefreund die herrlichste Nebensache der Welt sein. Vierkampf, Geländelauf, Hindernislaufturniere und „CSC "-Wettkämpfe fordern aktive Bewegungsarbeit von Hundesportlern und Hunden. Übungen mit meßbaren Leistungsanforderungen, die angepaßt sind an die natürlichen Veranlagungen und das Lernvermögen der Hunde, prägen diesen Sportzweig. Und das Schönste dabei ist, daß es absolut keine Rolle spielt, ob der Hundeführer nun einen großen oder kleinen, einen Rasse- oder Mischlingshund an der Leine führt. Hier zählt allein das Mitmachen. Eine gerechte und an den Sportler angepaßte Bewertung wird durch die Einteilung in verschiedene Altersklassen gewährleistet. Die Vereine des swhv wollen mit dem Turnierhundesport allen Hundehaltern ein attraktives Angebot zur sportlichen Betätigung machen. Der Hund als Partner erfährt gleichzeitig die heute für den Alltag so wichtige Erziehung.
Aus diesem Grund wendet sich der Turnierhundesport an alle Hundehalter, die den sportlichen Umgang mit ihrem Vierbeiner lieben und die über diese Sportart das Verständnis zwischen Hundeführer/in und Hund fördern wollen.

Alle Disziplinen des Turnierhundesports sind so aufgebaut, daß sie mit Hunden aller Größen und Veranlagungen ausgeführt werden können. Vom Zwergschnauzer über Spaniel, Bearded Collie, Boxer, Schäferhund bis hin zu Dogge und Bernhardiner, allen Vierbeinern macht der Turnierhundesport Spaß. Der Turnierhundesport hat eine in Traditionen gebundene Sportart in neue Dimensionen und zu einer neuen Auffassung vom sportlichem Umgang mit dem Hund geführt. Die solide Infrastruktur mit einer Vielzahl an geschulten Bewertern und Übungsleitern ist mit ein Grund für die Erfolgsgeschichte des Turnierhundesports. Eine ständige Fortentwicklung wird ihm auch in Zukunft neue Freunde zuführen.


Vierkampf

Schon in der frühen Einführungsphase des Turnierhundesports wurde an der Entwicklung eines „Mehrkampfes ", der für fast alle Hundearten Chancengleichheit bieten sollte, gearbeitet. Zuerst als „Sechskampf" noch mit vielen Übungsteilen des traditionellen Hundesports behaftet - später dann mit sportmotorischen Elementen versehen, präsentiert sich der heutige Vierkampf in attraktiver Form. Hürden-, Slalom- und Hindernislauf sind den sportmotorischen Elementen zuzurechnen. Die vierte Disziplin, die Gehorsamsteile, sind den traditionellen Elementen des Hundesports entnommen.Der Vierkampf wird seit vielen Jahren auf Vereins-, Kreisgruppen- und Verbandsebene bis hin zu den Deutschen Meisterschaften des dhv gezeigt. Riesige Teilnehmerfelder überzeugen auch die Öffentlichkeit vom gemeinnützigen Wirken der Hundesportvereine.

 

Grundlage Gehorsam

Ohne Gehorsam läuft im Hundesport nichts, auch nicht im Vierkampf mit seinen unterschiedlichen Aufgabenstellungen. Außer den zu bewertenden Gehorsamsübungen ist das perfekte Zusammenspiel des Teams Mensch/Hund bei diesem Wettkampf von entscheidender Bedeutung für die technisch saubere Ausführung der sportmotorisch geprägten Übungen des Vierkampfes. Slalomlauf, Hürdenlauf und Hindernislauf verlangen einen Vierbeiner, der auf jedes Wort, auf jede Geste seines Hundeführers blitzschnell reagiert. Es geht ja um 1 /100 Sekunden und um die Vermeidung von Fehlern bei den technischen Übungen. Da darf sich „Alex" durch nichts ablenken lassen, auch nicht durch andere Artgenossen. Im Gehorsamsteil des Vierkampfes wird die Ausführung von Grundgehorsamsübungen verlangt, die der Hund schon bei der Basisausbildung kennengelernt hat. Sie sind im Vierkampf in ein Ablaufschema gebunden. Leinenführigkeit und Freifolge im normalen und langsamen Schritt sowie im Laufschritt, die Sitzübung und Platzmachen mit Herankommen und Vorsitzen sind hierbei gefordert. Also Leistungen, die jeder Hund - gleich welcher Art - bei kompetenter Trainingsanleitung erfüllen kann. Aufgabe, Ausführung und Bewertung sowie die Laufschemaskizze sind in der „Turnierordnung" (TO) des Deutschen Hundesportverbandes (dhv) festgelegt. Übrigens: Mit dem Training unter dieser Aufgabenstellung ist auch ein wichtiger Schritt in Richtung „Gehorsam für den Alltag" getan. Gleichzeitig kann man hier schon sehen, ob der Ausbildungsstand des Hundes so weit gefestigt ist, daß er bei der Ausführung der sportmotorischen Übungen in der Hand des Hundeführers steht. Auch hier wird für höchste Bewertungen die schnelle und freudige Ausführung der jeweiligen Übung gefordert.

 

Schnelligkeit, Technik und Gehorsam bestimmen den Hürdenlauf

Das Turnierhundesportprogramm beinhaltet sportmotorische Elemente, um die körperliche Fitneß zu fördern. Die ausgewogenen, variantenreichen Aufgabenstellungen erfüllen sowohl die Merkmale für den Breitensport als auch für den wettkampforientierten Leistungssport. In den einzelnen Disziplinen sind Anforderungen an Schnelligkeit, Technik und Ausdauer gestellt. Der Hürdenlauf verlangt vom Hundesportler gleich zwei Anforderungen: Schnelligkeit und Koordination. Während der Mensch solche Voraussetzungen trainieren muß, bringt der Vierbeiner dieses in aller Regel von Natur aus schon mit. Die dritte Anforderung betrifft den Hund: Er muß trotz der ganzen Freude, die so ein schneller Hürdensprint bei ihm auslöst und ihn zum Vorausstürmen veranlaßt, schön brav auf der Höhe seines Teamgefährten Mensch mitlaufen. Für den Wettkampf zu beachten sind zwei Bewertungskriterien: Als erstes werden für jede von Hund oder Hundeführer/in abgeworfene Latte fünf Fehlerpunkte der elektronisch oder von Hand gestoppten Laufzeit hinzugerechnet. Hier ist also für das Oberspringen der 50 cm hohen Hürden die Koordination gefordert. Diese Höhe kann bei entsprechend abgestuftem Training auch ein kleinwüchsiger Hund ohne Probleme schaffen.

Für die Jugend und die Aktiven bereitet dies nach guter Trainingsvorbereitung ebenfalls im wahrsten Sinne des Wortes „kein Hindernis" mehr. Jugendliche und Aktive können beim Lauf über die drei Hürden ihre Schnelligkeit bei den beiden Durchgängen im Wettkampf voll entfalten und ihre Sprintfähigkeit auf der 50 Meter langen Strecke ausspielen. Für die Jüngsten klasse (Kinder bis 10 Jahre) und ab der Altersklasse 41 sieht die Turnierordnung eine Erleichterung vor: Hier dürfen die Sportler/innen die 50-Meter Strecke neben den Hürden laufen; nur der Hund muß die Hürden überspringen. (Ab der neuen Turnierordnung, die im Jahre 1998 in Kraft treten soll, entfällt in allen Altersklassen das Überspringen der Hürden.) Das zweite Bewertungskriterium ist die Forderung, daß die drei Hürden von Hundeführer und Hund gemeinsam und möglichst gleichzeitig übersprungen werden sollen. Im Wettkampf kann der Hund auch an der Leine über die Hürden geführt werden; abgeleinte Vierbeiner bringen dem Team 10 Bonuspunkte ein. Wer den natürlichen Bewegungsdrang der Vierbeiner kennt, die gerne mit dem Meuteführer um die Wette jagen, wird verstehen, daß zur vorschriftsmäßigen Ausführung des Hürdenlaufs der Meuteführer Mensch mit seinem „Alex", „Benno", „Cita" trainieren, trainieren und nochmals trainieren muß. Die Verbesserung der Grundschnelligkeit des Hundesportlers, verbunden mit der passenden Schrittlänge zwischen den Hürden, sind ein entscheidendes Glied auf dem Weg zu einer harmonischen Ausführung des Hürdenlaufs. Der Mensch muß an sich selbst arbeiten, seine körperliche Fitneß verbessern, um zusammen mit seinem Vierbeiner optimale Ergebnisse zu erkämpfen. Aber auch der weniger wettkampforientierte Hundefreund wird bei der Ausübung des Hürdenlaufs nach einigen Trainingsstunden feststellen, daß er im Verbund mit seinem „Prinz" doch noch nicht so ungelenk und eingerostet ist, wie er es nach seiner bewegungsarmen Berufstätigkeit vermutet hätte.

 

Slalomlauf - der Tanz zwischen den Toren

Immer wieder faszinierend ist für Außenstehende das gekonnte Zusammenspiel von Hundesportler/in und Hund beim Slalomlauf. Schon bei den Startvorbereitungen fiebern die Vierbeiner dem Lauf zwischen den ausgesteckten Torstangen entgegen. Für sie bedeutet der 75-MeterKurzstreckenlauf durch den Zick-Zack-Kurs eine gute Gelegenheit, sich so richtig mit dem „Chef" (in vielen Fällen ist es eine „Chefin") zu messen. Und für den Hundeführer/in geht es wiederum darum, trotz des schnellen Lauftempos, den Hund sicher durch die 140 cm breiten Slalomtore zu leiten. Hundeführer/in und Hund müssen, um Strafpunkte zu vermeiden, die Tore passieren, keine der Torstangen darf also ausgelassen werden. Das erfordert natürlich einen blitzsauber ausgebildeten Vierbeiner, der möglichst eng „bei Fuß" in schnellem Tempo durch die Tore geht. Nur so kann die Ideallinie zwischen den Toren des Slalom-Kurses gefunden werden. Da heißt es kurz vor einem Tor das Lauftempo für den sich anschließenden Richtungswechsel zu drosseln, um dann beschleunigend im Sprint auf der Strecke zwischen den Toren wieder auf ein hohes Tempo zu kommen. Und dies sechsmal vom Starttor bis zum Zieltor. Und in zwei Durchgängen! Das kostet Kraft, bringt den Hundesportler außer Atem, erfordert gekonntes Aufbautraining. „Sport mit dem Hund" ist diese Disziplin des Vierkampfes in des Wortes bester Bedeutung. Gekonntes Aufbautraining ist natürlich auch für den Vierbeiner notwendig, um sein ungestümes Temperament unter Kontrolle zu bringen. Einfühlsames Üben - um die spielerische Freude, den Bewegungsdrang zu erhalten - unter Einsatz verhaltensspezifischer Trainingsmethoden, immer abgestimmt auf die Psyche und die Physis des einzelnen Vierbeiners, führen dann im Wettkampf zu dem anfangs erwähnten gekonnten Zusammenspiel von Hundesportler/in und Hund beim Slalomlauf.Die geschulten Übungsleiter im Turnierhundesport der swhv-Vereine führen mit erprobten Trainingsmethoden Hundeführer/in und Hund unkompliziert und rasch zur Wettkampfreife. Der Slalomlauf kann mit dem angeleinten oder frei laufenden Hund gezeigt werden. Grundlagenarbeit wird immer mit dem angeleinten Hund betrieben und so wird der Hundesportler beim Slalomlauf wohl auch immer mit dem angeleinten Hund beginnen. Das bringt Sicherheit zwischen den Toren. Erst bei fortgeschrittenem Ausbildungsstand wird der Hundesportler es dann wagen, seinen Hund frei durch den Slalom-Kurs zu führen. Als Belohnung für den Trainingsfleiß werden dann im Wettkampf hierfür 10 Bonuspunkte zu der Slalom-Endpunktzahl hinzugerechnet. Wer sich als Hundehalter/in also so richtig die Lunge auspusten will, wer seine Kondition steigern und die allgemeine körperliche Fitneß verbessern will und wer sich und seinen Vierbeiner zu einem echten Team zusammenschweißen will, wird um den Slalomlauf nicht herumkommen.

Die Geschichte des Turnierhundesports begann mit den Hindernislauf-Turnieren. Schon im Jahre 1972 (anläßlich des 25jährigen swhv-Jubiläums im Stadion von Mühlacker) wurde das erste Hindernislauf-Turnier gestartet. Der Fachwelt und dem zahlreichen Publikum stellte der swhv eine neue Art von Sport mit dem Hund vor. Tempo, Spannung, aktive Bewegungsarbeit mit dem Hund, freudiges Mitgehen des Hundes beim Überwinden der Hindernisse, Jugend, Mädchen, Frauen, Senioren, große und kleine Vierbeiner, Rassehunde in bislang noch nicht gekannter Vielfalt, Mischlingshunde - dies alles war plötzlich im Hundesport bei den Hindernislauf-Turnieren zu sehen. Kurz, es war eine umwälzende Neuerung im bislang eher statischen Sportbetrieb der Hundesportvereine. Das bringt Bewegung in die Übungsstunden der Vereine und gerade hier werden die Grundlagen für erste Erfolgserlebnisse, besonders für die Jugend, zusammen mit dem meist in der Familie gehaltenen Hund gelegt. Acht in der Turnierordnung vorgegebene Hindernisse muß der Hund auf der 75 Meter langen Laufstrecke bewältigen, während der Hundeführer parallel zur Hindernisbahn mitläuft. Die Laufzeiten werden mit der Stoppuhr oder elektronisch gemessen, wobei die Zeit des zuletzt die Ziellinie Oberlaufenden (Hundeführer/in oder Hund) gemessen wird. Da gilt es für den Hund als erstes Hindernis eine Hürde zu überspringen, dann eine Treppe (oder Schrägwand) zu überqueren, durch einen Tunnel zu laufen, einen 65 cm hoch aufgebauten Laufdiel zu passieren, einen Reifen zu durchspringen, einen Hoch-Weitsprung auszuführen und zuguterletzt nochmals eine Hürde zu überspringen. Abgesehen von den verschiedenen Altersklassen für die Hundeführerinnen wird hier auch der unterschiedlichen Physis der Hunde Rechnung getragen. Es gibt zwei Gruppen: Hunde über 50 cm Schulterhöhe müssen höhere Hindernisse überspringen als solche, die nicht so groß sind. Das macht den Vierbeinern einen unbändigen Spaß und vielfach muß Herrchen oder Frauchen ganz schön nach Luft ringen, wenn sie das Tempo von „Alex" mithalten wollen. Spannend wird es bei Wettkämpfen schon da durch, weil für jedes ausgelassene Hindernis vier Strafsekunden der gelaufenen Zeit hinzugerechnet werden und bei einigen Hindernissen auch noch andere Fehler die Gesamtlaufzeit beeinflussen. Da gilt es also gezielt und regelmäßig zu trainieren, um bei einem Wettkampf möglichst fehlerfrei die vorgeschriebenen zwei Durchgänge zu bewältigen.

 

Im Vierkampf Hindernislauf vierte Disziplin

Die Elemente der Hindernislauf-Turniere wurden in den Vierkampf übernommen, jedoch unterbleibt hier eine Einteilung der Hunde in Gruppe 1 und 2 und somit auch die Erhöhung der Hindernisse.

 

 „CSC" - eine attraktive Mannschaftssportart

Mit dem „CSC" (Combination Speed Cup) erfuhr der Turnierhundesport eine überaus attraktive Bereicherung. Ab Mitte der 80er Jahre suchte man nach zusätzlichen Impulsen für den Turnierhundesport. Die Gestaltung eines neuen Mannschaftswettkampfes war die Zielvorgabe. Nach einiger Entwicklungszeit schlug dann 1986 in der Stuttgarter Hanns-Martin-SchleyerHalle anläßlich eines Internationalen Reitturnieres die große Stunde für die neue Variante im Turnierhundesport; der „CSC" hatte Premiere. Er bestand auf Anhieb den Test: Tausende von Zuschauern waren von den Aktionen Mensch/Hund begeistert. Seit 1993 hat der „CSC" Aufnahme in die Turnierordnung des dhv gefunden. Der „CSC" setzt sich aus den läuferischen Elementen des Vierkampfes (Hürden-, Slalom- und Hindernislauf) zusammen. Der Geräteparcours ist in drei Sektionen aufgeteilt; für jedes der drei Mannschaftsmitglieder ist also eine Sektion zu durchlaufen. Schnelle Wechsel sorgen bei diesem „Stafetten-Wettbewerb" für ein hohes Durchlauftempo. Die Gewichtung von Fehlern ist gegenüber dem Vierkampf bewußt zurückgenommen, um ein hohes Tempo im Wettkampf sicherzustellen. Der „CSC" ist Action pur. Immer wieder begeistern sich die Zuschauer am gekonnten Zusammenspiel der Teams Mensch/Hund, das beim „CSC" von Technik und Taktik bestimmt ist. Und wie bei allen Laufdisziplinen des Turnierhundesports signalisieren auch beim „CSC" die Vierbeiner durch ihre Körpersprache ungeheuren Spaß, den ihnen diese Läufe bereiten. Eine weitere Zielvorgabe wurde verwirklicht: Mit dem „CSC" ist dem Turnierhundesport der Sprung in die Halle gelungen; er kann jetzt ganzjährig wettkampfmäßig ausgeübt werden. Der „CSC" hat noch zwei interessante Varianten: Als Einzel- oder als Familienwettkampf bietet er zusätzliche Wettkampfmöglichkeiten. Zwei weitere Spielarten des „CSC" schreiben die Entwicklung des Turnierhundesports fort. Da ist erstens zu nennen der „Shorty" (Kurzbahn-„CSC" für Zweier Mannschaften) und zweitens der „QSC" (Qualification Speed Cup = K.O.-Wettbewerb auf zwei baugleichen Geräteparcours). Beide Spielarten finden zunehmend begeisterte Freunde. „Shorty" und „QSC" sind nicht in der dhv-Turnierordnung enthalten.

 

Geländelauf:

Mit dem Hund durch die Natur

Der Laufspaß zusammen mit dem Hund 

Schon sehr frühzeitig und weit vorausschauend hatte der swhv erkannt, daß das Laufen zusammen mit dem Hund eigentlich die natürlichste Sache der Welt ist. Mit der Ausarbeitung von Wettbewerbsregeln war die Geburtsstunde des Geländelaufes mit dem Hund eingeläutet und fand in der Turnierordnung von 1976 ihren offiziellen Eingang. Seither messen sich viele Hundesportler/innen bei Wettbewerben auf der 2.000- und 5.000-MeterStrecke auf Vereins-, Kreisgruppen- und Verbandsebene. Was gibt es auch für einen an der aktiven Bewegungsarbeit, am Sport interessierten Hundefreund Schöneres, als zusammen mit seinem „Benno" in der freien Natur zu trimmtraben, joggen, laufen oder wie man diese Art von Laufvergnügen sonst noch bezeichnen will. Das ist nicht nur ein Erlebnis für beide und schafft gute Voraussetzungen für das gegenseitige Verständnis von Hundeführer/in und Hund, sondern fördert auch die Gesundheit, das körperliche Wohlbefinden, den Ausgleich zu der oft monotonen Tätigkeit im Berufsleben. Geländelauf mit dem Hund ist so richtiges Abschalten von den vielen Dingen des Alltags. Endlich allein mit dem Hund in der freien Natur und endlich auch das Erlebnis des Sieges über die eigene Trägheit und des Kennenlernens der persönlichen Leistungsfähigkeit. Auch für diejenigen Hundeha4ter, die nicht in das Wettkampfgeschehen im Geländelauf eingreifen wollen, sind die Übungsleiter in den swhv-Vereinen da. Sie vermitteln das nötige Grundwissen über die Erziehung des Hundes und wie „Benno" schön „bei Fuß" in allen Gangarten brav neben seinem Herrn oder seinem Frauchen läuft. Laufen zusammen mit dem Hund soll ja nicht zu einer Tortur für beide werden. Das erfordert vom Läufer eine gute Kondition und vom Hund ein an den Laufstil und das Leistungsvermögen des Teamgefährten Mensch angepaßtes Verhalten. Da gilt es zunächst, das läuferische Können des Hundeführers zu verbessern und parallel hierzu die erforderliche Basisausbildung des Hundes vorzunehmen. Langsame Steigerungen an Streckenlänge und Lauftempo führen den Hundesportler ganz allmählich und ohne gesundheitliches Risiko an den „Laufspaß" heran. Denn Spaß soll ja das Ganze machen. Und Spaß ist auch, sich im Training so richtig außer Puste zu bringen und die eigene Leistungsfähigkeit auszuloten. Das erfordert regelmäßiges Lauftraining, bei jedem Wetter, zu jeder Jahreszeit. Geländelauf mit dem Hund ist also eine Sportart, die in der freien Natur zu jeder Jahreszeit ausgeübt werden kann. Die „Hausaufgaben" hierzu, den sinnvollen läuferischen Aufbau, geben die Übungsleiter der Hundesportvereine auf.„Hausaufgaben" für die Laufausbildung des Hundes sind natürlich auch erforderlich. In den Erziehungskursen der Hundesportvereine werden „Benno", „Alex", „Struppi" in der Gruppenarbeit an ihre Artgenossen, an Jogger und Radfahrer sowie an viele Menschen gewöhnt. Einzeltraining, das auf die Eigenheiten des jeweiligen Vierbeiners abgestimmt ist, sichert den raschen Fortschritt bei der Gehorsamsausbildung des Hundes. Man will ja mit einem friedlichen, auf seinen Läufer konzentrierten Hund an anderen Vierbeinern vorbeilaufen können. Die Anweisungen der Übungsleiter während der Trainingsstunden werden also bei den „Hausaufgaben" vertieft und in die Praxis umgesetzt. Der ungestörten Natur, dem Wild und auch den Mitbürgern zuliebe sollte der Geländelauf immer mit dem angeleinten Hund ausgeführt werden. Übrigens: Bei Wettbewerben ist der angeleinte Hund zwingende Pflicht; Verstöße gegen diese Regel ziehen die Disqualifikation nach sich.

 

Für alle Hunde geeignet

Jeder einigermaßen gesunde Hund, ob er nun groß oder klein, ob er von Rasse oder ein Mischlingshund ist, bringt die Voraussetzungen zum Lauftraining mit. Der angeborene Bewegungsdrang und die Freude am Laufen mit der „Meute" -am besten beteiligt sich am Training die ganze Familie: Vater, Mutter und die Kinder - erleichtert den Einstieg in diese Sportart ungemein. Und dann ist es bald soweit: Wer Lust hat, kann sich an den vielen GeländelaufWettbewerben der swhv-Vereine zusammen mit seinem Hund beteiligen. Über Feld- und Waldwege, über Stock und Stein, bergauf und bergab führen dann die Laufstrecken bei einem Wettbewerb. Das kostet Kraft, treibt den Schweiß, bringt den Läufer und seinen Vierbeiner ganz schön außer Atem. Aber als Belohnung für den Trainingsfleiß und für den Einsatz beim Wettbewerb bekommt der Teilnehmer, je nach gelaufener Zeit, eine Punktegutschrift in seinem Sportpaß eingetragen. Die Addition der angesammelten Punkte berechtigt dann schließlich die Beantragung der in verschiedenen Stufen angebotenen swhv- und dhv-Sportnadeln.

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