AGILITY

Die neue Beweglichkeitagilityboxer

Agility ist eine Herausforderung an die beiden Partner eines Teams: An den Menschen als „Vorausdenker" und „Lenker" sowie an den Hund, als den agilen Sportpartner, der die gestellten Aufgaben im Geräteparcours möglichst fehlerfrei sowie flink und behende lösen soll. Geeignet für Agility sind alle gesunden Vierbeiner, die über eine solide Grundschnelligkeit und Sprungkraft verfügen. Die Größe spielt keine Rolle; ebenso spielt es keine Rolle, ob es sich um reinrassige Hunde oder Mischlinge handelt. Agility ist eine anspruchsvolle Beschäftigungsart mit dem Hund. Agility erfordert geplantes Training, Stehvermögen des Hundeführers/ Hundeführerin bei der Ausbildung, Teamgeist und Anpacken beim Training (hier gilt es die Agility-Geräte in immer neuen Varianten zu gruppieren und vor allem diese zu Beginn auf- und am Ende des Trainings abzubauen). Der Team-Partner Mensch muß auf die Eigenheiten seines Hundes, z. B. rassespezifische und „hausgemachte" Verhaltensweisen, eingehen können.

Auch bei Agility Basisausbildung notwendig.
Doch bis der Agility-Interessent in diese Sportart voll einsteigen kann, sind Grundvoraussetzungen zu erfüllen. Aber auch dies macht Spaß, tragen doch alle Bemühungen dazu bei, den Vierbeiner besser verstehen zu lernen und ihn in Richtung „Sozialverhalten" und „Gehorsam" zu schulen. Ohne einen soliden Grundgehorsam läuft bei Agility - wie übrigens bei allen Hundesportarten - nichts. Auch für Agility muß der Vierbeiner und der Teamgefährte Mensch in seinen Grundlagen so ausgebildet sein, daß ein Vertrauensverhältnis, ein gegenseitiges blindes Verstehen am Ende der Grunderziehung steht. Jede Regung, jede Gestik muß von dem jeweiligen Partner des Teams verstanden werden. Das schafft Vertrauen, fördert die Arbeitsfreude des Hundes und ist der Grundstein für erste Erfolgserlebnisse. Und spätestens jetzt sind wir wieder bei den breitangelegten Möglichkeiten der Basisausbildung in den swhv-Vereinen (Seiten 4-7). Wenn alle Komponenten der Basisausbildung in die Erziehung des Hundes einfließen, dann ist die für Wettkampfteilnehmer geforderte „BegleithundePrüfung A" (A=Agility, stellt die gleiche Anforderung wie die Begleithuindeprüfung,jedoch ohne Überprüfung der Schußfestigkeit des Hundes) überhaupt kein Problem. Die „BH A" wird von Leistungsrichtern abgenommen.

Agility was ist das?

Agility wurde Ende der 70er Jahre in England entwickelt und hat seit einigen Jahren in Deutschland Fuß gefaßt. Einige Vereine des swhv befassen sich intensiv mit dieser Sportart und runden so die Palette attraktiven Hundesports im swhv ab. Der Aufbau weiterer AgilityAbteilungen in den swhvVereinen ist im Gange. Und was für die Fortentwicklung dieser Sportart in den Vereinen wichtig ist: Agility ist als  eeigenständiges Sportressort in der Satzung des swhv verankert.
agilitylassiDie neue Hundesportart ist dem Reitsport nachempfunden. Der Hund muß also, genau wie bei einem Springturnier im Reitsport, in einem Geräteparcours verschiedenartige Hindernisse möglichst fehlerfrei in einer vorgegebenen Zeit überwinden. Dem Ausbildungsstand der Teams kommt die Abstufung der Prüfungsanforderungen entgegen. Die Einsteiger-Prüfung : der Hund muß hierzu mindestens 15 Monate alt sein - ist Agility 1 (AU die nach den im Agility-Reglement festgelegten Anforderungen mit A 2 und A 3 fortgesetzt werden kann. In A2 kann beispielsweise nur das Team starten, das zuvor in A 1 dreimal die Note „Vorzüglich" unter zwei verschiedenen Richtern erzielt hat; A 3 ist dann den absoluten Spitzenkönnern vorbehalten. Sie haben mindestens dreimal in A 2 unter zwei verschiedenen Richtern die Plätze 1-3 mit 0 Fehlern belegt.

Die Kommandos und der Agility-Parcours
Um auch für kleinwüchsige Vierbeiner (unter 40 cm Widerristhöhe) eine Chancengleichheit im Wettbewerb sicherzustellen, wurde „Mini-Agility" geschaffen. Die Hindernisse des MiniParcours sind in der Höhe niedriger ausgelegt als im sogenannten Standard-Parcours für die mittelgroßen und großen Hunde.
Alles was an Kommunikation und Gehorsam in der Basisausbildung gelernt wurde, kann jetzt bei Agility umgesetzt werden. Beim Gerätetraining und vor allem in Wettbewerbs-Parcours erwartet der motivierte, quirlige Vierbeiner vom Hundeführer deutliche Kommandos, die zusätzlich durch klar verständliche Sichtzeichen und weitere Körperhilfen unterstützt werden Hopp!" - „Voran!" - „Langsam!" - „Platz!" - „Steh!" - „Durch!", um nur einige Kommandos anzuführen, sind im Verbund mit den Körperhilfen Anweisungen an den Hund, sich in der geforderten Reihenfolge der Hindernisse (sind mit Nummern bezeichnet) durch den Parcours zu bewegen. Übrigens: Bei einem Wettbewerb gibt es keinen Probedurchgang. Dafür dürfen aber die Teilnehmer vor dem Start beim „Briefing" den Parcours abgehen. Der Streckenverlauf ist der Fantasie des Richters überlassen. Das bringt Spannung und Abwechslung in diesen Sport. Der Wettbewerbs-Parcours soll flüssig angelegt sein; passend zum Naturell der Hunde und für den Hundeführer/in überschaubar. 12 bis 20 Geräte, je nach Prüfungsstufe, sind auf einem Sportfeld von 20 x 40 Metern aufgebaut. Da sind zu nennen die Kontaktzonengeräte Wippe, Laufsteg und die Schrägwand. Bei diesen Geräten sind Zonen farbig markiert, die der Hund um Fehler zu vermeiden, berühren muß. Die Sprunghindernisse (Höhe Standard 55-65 cm, Mini 30-40 cm) setzen sich aus Hürden in verschiedenen Varianten, Viadukt/Mauer, Reifen, Weitsprung und Wassergraben zusammen. Der Tisch, Slalom, Sack-Stofftunnel und fester Tunnel vervollständigen die Geräteausstattung eines Agility-Parcours.
Regeln müssen sein.
Nach festen Regeln läuft eine Agility-Prüfung ab, die Fehlerwertung ist recht differenziert. Da gibt es Fehler an den Geräten (z. B. Abwurf an einer Hürde fünf Fehlerpunkte), Fehler an den Kontaktzonen, für Verweigerungen, Überschreitung der Standardzeit usw. Streng ist das Reglement im Umgang mit Disqualifikationen. So wird ein Team z. B. ausgeschlossen, wenn der Hund das Hindernis von der falschen Seite nimmt oder die angegebene Reihenfolge nicht einhält. Drei Verweigerungen bedeuten ebenso das „Aus" wie das Verlassen desagilitybeagel markierten Sportfeldes. Agility ist also keine Sportart, die so nebenbei und ohne geplantes Training betrieben werden kann, weil gerade jetzt der Vierbeiner an mächtigen Sprüngen seine Freude hat. Agility ist vielmehr gebremstes, gesteuertes Temperament, das auf einem soliden Gehorsam aufbaut. Schnelles Agieren und Reagieren sowie blindes Verstehen der beiden Teampartner machen den Reiz dieses Sportes aus. Mit Agility werden auch gehobene Ansprüche an die Hundeausbildung befriedigt.
Mit A1, A2 und A3 hat der Spaß noch kein Ende
Agility läßt von seinem Konzept her viele Varianten zu. Da ist hauptsächlich der äußerst attraktive Jumping" zu nennen, ein Wettbewerb mit Power. Fix geht es hier zu, sind doch aus dem Parcours die das Tempo mindernden Kontaktzonengeräte genommen. Sehr beliebt sind auch die Spiele, die Abwechslung in das Prüfungsgeschehen bringen, wie z. B. „Monopoly", „Time out", oder „Golden Slalom". Agility ist also so recht eine Sportart für Hundefreunde, die für sich und ihren Vierbeiner eine echte Herausforderung im Sport mit dem Hund suchen